
- blicksicher.kein boden unter den füßen

- blicksicher. kein boden unter den füßen
ein interaktive Kunstintervention von Barbara Huber und Christian Streng am Medientag 2009 zum Thema „Visuelle Kompetenz“ als Ausgangspunkt eines Partizipationsprojektes
„Was nicht festgehalten wird ist nicht, was festgehalten wird ist tot.“ (Paul Valery)
In diesem Spannungsfeld bewegt sich nicht zuletzt das Verhältnis zu unserem eigenen Abbild. Identitätssichernd suchen wir nach diesem als Gegenüber. Bilder zeigen nicht nur, sie zeugen und erzeugen. In ihrer Indexikalität scheinen sie zu beweisen, was existiert (hat) und in dieser Augenblicklichkeit nie mehr existieren wird. Gleichzeitig bedeutet jedes Abbild auch optische Vereinnahmung, Bemächtigung. Indem ein einziger Augen-Blick, den ich selber nie sehen oder erfahren kann, festgehalten und damit entzeitlicht wird, erzeugt das Bild eine Manifestation magischer Präsenz, es macht sichtbar und verweist gleichzeitig auf Verborgenes, Verdecktes. Es ist Spur und Abdruck realer Existenz und gleichzeitig unzugänglicher, magisch versiegelter Raum.
Abgebildet zu werden gehört zu unseren alltäglichen Erfahrungen. Unter dem Deckmantel der Sicherheit haben wir das Recht auf unser Abbild längst preisgegeben, was mit den Bildern passiert entzieht sich unserem Wissen / Zugriff.
Am Medientag 2009 werden alle TeilnehmerInnen gebeten, am Eingang ihr Abbild „abzugeben“:
Barbara Huber und Christian Streng ersuchen die BesucherInnen, sich mit geschlossenen Augen mittels Instantfotografie portraitieren zu lassen. Auf diesem analogen Medium festgehalten, hat das Abbild jedes/r Teilnehmers/in eine direkte Beziehung zu dem Menschen, den es bezeichnet.
Im Rahmen der Aktion „blicksicher. kein boden unter den füßen“ wird jedes dieser Portraits zum Ausgangspunkt eines neuen Bildwerdungsprozesses.
Die Abbilder der TeilnehmerInnen werden von den Künstlern signiert, verpackt und mit der Aufforderung zur Partizipation an eine/n andere/n TeilnehmerIn weitergegeben. Alle Beteiligten erhalten somit das Abbild eines anderen und dürfen über dieses verfügen. Sie werden gebeten, das jeweilige Portrait erst nach Abschluss der Tagung auszupacken und den Verbleib des Bildes – ob in einen Rahmen gesteckt, weggeworfen, zerstört oder überarbeitet, zum Andachtsbild verklärt oder als Zielscheibe verwendet – mittels Digitalfotografie zu dokumentieren.
Alle Beteiligten werden so zu MitautorInnen und die so entstandenen neuen Bildproduktionen zum eigentlichen Produkt dieses Partizipationsprojektes.

- Interaktive Intervention mit Polaroidfotografie

- auf Anfrage
